- Humoristisch, satirisch, sadistisch.....widdewiddewitt, bumm, bumm,- so wurde der „Riddeshummer Aachedoggder” Winfried Rathke vorgestellt, als er seinerseits seine „Rheingauer Gedankensprünge” vorstellte. Und überhaupt, was stellt der Mann sich vor, Haargeloffe wie der is?

Widdewiddewitt, bumm, bumm steht für slapstikisch, deftig und rheingauverliebt. Wir nehmen ihm den bekennenden Rheingauer gerne ab. Seine Gedanken- sprünge fordern die kraftvollen Heckewertschafts - Szenarien von Kevin Farell geradezu heraus. Und Kevin Farell, der die Ilustrationen beisteuerte, gibt sich, bewusst oder unbewusst als rheinischer Seher. Seine Rheinbilder sind alle so reblos! Weltkulturerbe Rheintal, wirst Du so enden? „Do brauchsde kaan Brill defor, gell Herr Doggder?

- Gedankensprung - So ein über Traditionen und Fakten hinweg springender Winfried Rathke, der ungeniert seine Wortspiele und den empfindsamen Damen das „Huch” auf die Lippen treibt, der passt zu uns Rheingaunern. „Ich bin die Alternative zur Hedwig Witte” - des kannste laut saache mein lieber Doggder! Doch obacht mit dem rentnerischen Anarchismus denn:

Wer durch Gaasenum kimmt, ohne gerobbt,
un dorch Gehannsberch, ohne gefobbt,
un dorch Rauedahl!, ohne duudgeschlah,
der kann vun Glick saa.


Ob Winfried Rathke so ein Glücklicher ist, mit seinen fröhlichen Ortsbeschreibungen, die er uns listig unterjubelt, und uns seine humorigen Brenneisen auf die Lachmuskeln drückt, werden ihm die Rheingauer ins Stammbuch schreiben.
Er denkt: „Een Ooge riskier ick....” und merkt an:
R(h)eingau - R(h)ausgau? „Doo werd geblibbe!!! - Ei, nadierlich, was denn sunscht?!

„Allemol Herr Doggder, Sie abber aach! Haargeloffe werd gestriche! Punkt.

HM

Als ich Winfried Rathke zur Information die Rezension faxte und als Dreingabe noch mein Gedicht: Rheimgauer Versjer (siehe http://rheingauer-mundartverin.de unter Gebabbel - Poeten), ließ er sich zu den folgenden Zeilen hinreißen:

Der Kiesling
Ein Dichter, der nicht völlig dicht,
rennt aufgeregt zur Sonderschicht.

Man hört gespannt, wie er sich out-et.
Sein Thema nämlich etwa lautet:

„Was reimt sich noch auf unsern Riesling,
außer Fiesling oder Miesling?”

Ich meine, wenn es Euch beliebt,
daß es auch den Kiesling gibt!

Der Kiesling hockt, was kaum bekannt,
mit seinem Steiß im groben Sand

und hat dadurch die Hosen voll
mit Schotter und geröll, jawoll!

Da hockt zunächst ein alter Vetter,
der Bonifatius Kiesewetter.

Dann saß im Kiesbett, was prekär,
auch der Kurt Georg Kiesinger

Und schließlich kommt noch auf den Spieß
der brave Walter Leisler Kies,

ein richtig guter Komödiant
der Kies in seinem Koffer fand.

Egal ob Miesling oder Fiesling
auch Kieslinge vertragen Riesling.

Und glücklich schwankt der Dichter heim,
für Riesling fand er seinen Reim,

denn Riesling, der ihm eingeflößt
hatte im Hirn den Gries gelöst.

WINFRIED RATHKE