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Warum nicht Carpaccio von der "Blunz"?

Herbert Michel fasst "Lust auf Blutwurst" in Worte / Neues Buch im Leinpfad Verlag erschienen


Metzgermeister Harry Petry serviert Herbert Michel das, was er am liebsten isst: Blutwurst.
Foto: hbz/Jörg Henkel
Vom 14.04.2005

MAINZ "Lust auf Blutwurst" heißt ein im Ingelheimer Leinpfad Verlag verlegtes Buch, in dem ungewöhnliche Rezepte und unterhaltsame Texte im sprichwörtlichen Sinne Appetit auf die gute, alte "Blunz" machen. Gestern wurde das Buch in Mainz vorgestellt.

 
Von

Stefanie Jung

"Gründen wir eine Ritterschaft zur Rettung der Blutwurst - oder schreibe ich lieber ein Buch darüber?", lautete die Frage, des erklärten Blutwurst-Fans und Autors Herbert Michel. Er entschied sich für das Buch. Eine Reise mit Freunden in die Wachau, ein anschließendes "Blutwurstessen" sowie Kindheitserlebnisse in Bezug auf die rotbraune Wurst bezeugen nicht nur die besondere Affinität des Rheingauers zum deftigen Schmaus, sondern waren auch die Auslöser für ein Buch, das Rezepte und Geschichten vereint. Brigitte Pega steuerte witzige Illustrationen bei.

Für Verlegerin Angelika Schulz-Parthu ist Weinbauingenieur Herbert Michel indes kein Unbekannter, und einer Zusammenarbeit über ein "eher schrilles Thema" stand nichts im Wege, denn: "Er ist mir nicht nur durch die Qualität der bereits für unsere anderen Kochbücher eingereichten Rezepte aufgefallen, sondern auch durch sein Interesse an den Hintergründen der Kochkultur."

Wo kommt sie aber denn nun eigentlich her, die Blutwurst, die in vielen Haushalten eher ein Schattendasein fristet? Bereits die spartanischen Krieger gaben sich mit der Blutsuppe den nötigen "Kick" für ihre Kriegshändel - und als dann eher zufällig eine Wurst daraus entstand, war der Weg für ihren Siegeszug geebnet. Während es im ersten Teil des Buches um die Historie der Wurst geht und sich Anekdoten über autobiographische Erlebnisse des Autors an witzige Gedichte und unterhaltsame Geschichten von bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten wie Katja Lange, Eberhard Staude, Ulrike Neradt, Magdalena Staude und Hildegard Bachmann reihen, geht es im zweiten Teil zur Sache.

Herbys Blutwurstschnecken, ein Carpaccio von der Blutwurst oder Blutwurst-Terrine mit Rauke locken zum experimentellen Kochen. Warum sich nicht einmal der Herausforderung eines Blutwurst-Pannacottas mit Balsamico-Birnen stellen? "Einige Rezepte habe ich selbst entwickelt", resümiert Michel, der zu den Gerichten gleich den passenden Wein empfiehlt.

Nach einer Blutwurst-Verkostung durch den in Ingelheim und Bingen vertretenen Metzger Harry Petry, präsentierte Christoph Holderrieth von den "Hofköchen" aus Wiesbaden Blutwurstschnecken und Blutwurst-Tarte mit grünem Spargel.